• Torsten Günzel

"Catan Junior" von Kosmos


In der Reihe "Kinderspielableger von großen Erfolgsspielen" darf Catan Junior nicht fehlen und daher wird es dringend Zeit, sich diesem Spiel mit einem Beitrag zu widmen.

Klaus Teuber ist mit Catan ein großer Wurf gelungen. Die "Siedler von Catan" (Spiel des Jahres 1995) ist ein weltweit erfolgreiches Spiel mit vielen Ablegern und eine Junior-Variante daher nicht nur sinnvoll, sondern auch wünschenswert. Führt diese unsere Jüngsten schön in die Spielmechanik ein.

Von Klaus Teuber gibt es darüber hinaus aber auch andere Spiele, seine frühen Werke wie "Barbarossa" oder "Adel verpflichtet" wurden 1988 und 1990 "Spiel des Jahres". Nun stürzen wir uns aber auf Catan - Junior und damit in ein spannendes Piratenabenteuer!

Darum geht´s:

Wir Spieler sind wagemutige, tapfere, gefürchtete Piratenkapitäne! Und wir wollen uns natürlich mächtig ausbreiten und dazu Festungen bauen. Die Landkarte dazu liegt als Spielbrett klar vor uns und die Startpunkte sind definiert. Dann kann es also losgehen mit den Grundprinzip aller Siedler-Spiele: Ressourcen sammeln und Städte (hier: Festungen) bauen. Wer als erstes seine Festungen alle gebaut hat, gewinnt das Spiel.

Verpackung, Material & Aufbau:

Das quadratische Format der Box ist recht handlich. Wir sagen dazu auch gerne: Reisetauglich und praktisch im Kinderzimmer zu verstauen ;)

Drinnen liegt ein schöner Spielplan, dazu Pappmarker als Rohstoffe, dazu ein Würfel und in verschiedenen Farben die Festungen und Schiffe aus Kunststoff. Außerdem gibt es noch einen Raben als Pappaufsteller (Käpt´n Klau). Bei den Figuren wäre 100% Holz natürlich im Sinne der Nachhaltigkeit wünschenswert, aber vermutlich zu teuer. Ich will auch nicht meckern, denn die Figuren sehen schön aus und so kommt eine schöne und stimmungsvolle Optik und Haptik zusammen.

Die Anleitung ist - und das spricht eigentlich für alle Anleitungen der Siedler-Spiele - gut aufgebaut und sehr verständlich. Nachlesen muss man eigentlich nie und falls doch .. findet man den Eintrag schnell.

Der Aufbau geht recht schnell von statten: Idealer Weise sind die Rohstoffe sortiert verstaut worden und die Figuren nach Farben sortiert. Es gibt noch "Coco-Karten", welche einen Überraschungs-Bonus bringen. Jeder Spieler erhält die Figuren seiner Farbe, ein paar Startressourcen und es wird der Rabe und die Coco-Karten bereitgelegt. Kleine handliche Spielertafeln helfen mit der Anzeige, welche Rohstoffe ich für welche Aktion oder zum Bau von Festung und Schiff brauche. Die Startpunkte für jeden Spieler sind eingezeichnet und die erste Festung und ein erstes Schiff werden aufgebaut. Los geht´s:

So spiel es sich:

Das Spielfeld ist in 12 Landfelder unterteilt und in der Spielmitte liegt eine besondere Insel. Jedes Landfeld ist mit einer Zahl versehen und zeigt einen Rohstoff. Entlang der Landfelder gibt es Baufelder für Festungen und Schiffsverbindungen.

Zum Start der Runde würfelt der Spieler und es wird geschaut, welche Zahl der Würfel zeigt. Denn abhängig davon geben diesen Zug alle Länder mit der entsprechenden Zahl einen Rohstoff. Und zwar an jeden Spieler, welcher über eine Festung an diesem Land verfügt. Damit ist dann übrigens auch das wesentliche Element aller Siedler-Spiele erklärt und verstanden worden ;)

Nehmen wir mal an es wurde eine "3" gewürfelt: Dann geben die beiden Landfelder mit einer "3" diese Runde Rohstoffe. Jeder Spieler, welcher über eine Festung an einem dieser Länder verfügt, erhalten nun einen Rohstoff. Hat man übrigens zwei Festungen an einem solchen Feld, gibt es auch zwei Rohstoffe usw.

Mit diesen Rohstoffen kann man nun im wesentlichen drei Dinge tun:

1. Eine Festung auf einen dafür vorgesehen Bauplatz bauen. Dabei gibt es "wertvolle" Bauplätze zwischen bis zu drei Ländern (die räumen natürlich häufiger Rohstoffe ab) und weniger wertvolle, welche nur an einem Land liegen.

2. Ein Schiff bauen: Das ist nötig, denn neue Bauplätze für die Festungen müssen erst mit einem Schiff quasi "erschlossen" werden. Bauplätze für Festung und Schiff sind fest vorgegeben und wechseln sich ab. Im "großen" Siedler-Spiel ist hier wesentlich mehr Flexibilität, aber für die Junior-Variante ist das ganz passend. Denn so wird deutlich Komplexität reduziert.

3. Eine Coco-Karte kaufen: Das ist das Überraschungs-Ei im Spiel und bietet nicht nur ggf. neue Rohstoffe, sondern man kann oft auch direkt eine Festung oder ein Schiff bauen. Weiterer Effekt: Der Spieler mit den meisten Coco-Karten darf eine Festung auf der zentralen Insel platzieren und ist so natürlich im Vorteil - denn wer alle Festungen gebaut hat, gewinnt sofort das Spiel.

Hat man nicht die passenden Rohstoffkombinationen, darf man tauschen. Dazu liegen auf dem Spielfeld noch Ressourcen für einen 1:1 Tausch aus und in einem 2:1 Verhältnis kann man auch beliebig mit der Bank tauschen. Natürlich ist auch ein Tauschhandel zwischen den Spielern denkbar und wird sogar als Variante empfohlen.

Letzte Besonderheit: Bei einer 6 wird Käpt´n Klau auf ein Landfeld gestellt und blockiert somit die Ressourcen-Produktion auf diesem Feld. Damit kann man andere Spieler behindern.

Unser Fazit:

Das Spiel ist schnell gelernt und macht auf typische Siedler-Art Spaß: Geschickt seine Städte bauen, der Sturm auf die besten Bauplätze ... dazu geschicktes tauschen der Rohstoffe. Die Coco-Karten erweisen sich als sehr mächtig und man sollte sich welche kaufen.

Stressig wird es nur, wenn zu sehr gezankt wird: Als Linus mit der gewürfelten "6" Lara mehrfach ihre lukrativsten Länder blockierte ... und wir ihr dann auch noch einen guten Festungs-Bauplatz wegschnappten .. da war die Stimmung kurzfrisitig im Keller. Toll, dass danach durch für Lara glückliche Würfe sich das Blatt noch mal massiv drehte und sie auf der Siegerstraße war. Das hat es dann gerettet ;)

In Summe ein schönes, schnelles Spiel mit einem gewissen, aber sehr niedrigen Konfliktpotential. Das Würfelglück spielt schon eine Rolle, gleicht sich aber über eine Partie gesehen gut aus. Ist "Catan-Junior" von den Kids verstanden worden, dürfte der Einstieg in die große Siedler-Welt gut vorbereitet sein. Oder falls Siedler noch nicht bekannt sind, bekommt man nach einigen Runden Catan-Junior sicherlich Lust darauf mehr auszuprobieren!

Das meint Torsten: "Als Siedler-Fan freue ich mich sehr über das Spiel. Es führt geschickt und mit einem schönen Setting in die Siedler-Mechanik ein.

Das meint Alex: "Das Spiel gefällt. Die Kinder merken schnell, dass es nicht egal ist wohin gebaut wird und man sieht schön, wie diese ihre Rohstoffe "verwalten" um damit geschickt einkaufen zu können."

Das meint Linus (5): "Macht mir viel Spaß. Am liebsten habe ich Coco-Karten, weil es spannend ist was man dadurch bekommt."

Das meint Lara (10): "Spiel ist ganz ok. Selbst wenn es mal nicht so gut läuft, kann man nach 2-3 glücklichen Runden wieder ganz gut darstehen."

Unser Familien-Rating (1-6, Schulnotensystem): 2

Altersempfehlung: ab 6+

Spieler: 2-4

Preis: ca. 20€

Anleitung: Note 1-2 schöne Zeichnungen, guter Schreibstil, gut zu verstehen

Aufbau: Note 2 * sind die Materialien in der Box gut vorsortiert, ist der Aufbau recht flott

Material: Note 2* Stabiler Karton, schöne Festungen und Schiffe. Leider in Kunststoff, daher keine 1

Spielerlebnis: Note 2 * Schnelles Spiel, schöne Mechanik. Man sieht schön optisch, wie sich das Spiel durch immer mehr Festungen und Schiffe entwickelt. Coco-Karten-Ü-Effekt ist sinnvoll und spricht vor allem die Kinder sehr an

Frustgefahr: Note 2-3 *Wenig Frust. Würfelglück spielt aber eine Rolle. Außerdem kann man schon gezielt einzelne Spieler besonders "bestrafen".

Wiederspielwert: Note 2 * Das Spielprinzip nutzt sich nicht so schnell ab und bleibt spannend. Jede Partie entwickelt sich etwas anders und jede Runde muss man sehen, wie man mit seinen Rohstoffen auskommt. Ich könnte mir vorstellen, dass auch hierzu eine Erweiterung toll wäre wenn man mal einige Partien gespielt hat.

Fotogallerie:

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© 2016-2020 by Torsten Günzel.