• Torsten Günzel

"Zooloretto Junior" von AbacusSpiel (AS)


AbacusSpiele hat einige sehr schöne Spiele im Programm - aber vermutlich ist keines von denen so bekannt wie Zooloretto. Dieses schöne Familienspiel - Spiel des Jahres 2007 - , in dem die Spieler einen kleinen Zoo bauen müssen, gibt es auch in der Junior Edition, welche wir uns endlich zugelegt haben und hier vorstellen möchten. Das Spiel entstammt der Entwickler-Feder von Michael Schacht, welcher hier ein schönes Spielkonzept entwickelt hat. Mehr Infos auf der - vielleicht nicht mehr ganz zeitgemäßen - Webseite: http://zooloretto.com/

Darum geht´s:

Ein Traum wird wahr: Wir Spieler werden Zoodirektor! Insgesamt drei Gehege hat unser Prachtbau und dort sollen schnellstmöglich viele Tiere rein. Aber selbstverständlich nur von einer Art. Die Tiere werden per Tiertransport angeliefert - Problem nur: Die Spieler stellen selber reihum die Ladung zusammen. Da kann man sich sicher sein das nicht nur Tiere dabei sind, die man selber gerade brauchen kann. Und schon geht das großen Planen und bauen los ...

Verpackung, Material & Aufbau:

Die Verpackung besteht aus einer robusten Box in einem recht handlichen Format. Reisetauglich sagt meine Frau dazu. Ein richtiges zentrales Spielbrett gibt es nicht, jeder Spieler hat seinen kleinen Zoo vor sich liegen, bestehend aus Haupthaus und einer Art Stall. Diese bestehen, so wie auch die Tiertransporter und die ganzen Tierplättchen, aus Pappe. Zwar stabil, aber irgendwie fehlt doch der haptische und optische Leckerbissen. Der Aufbau ist zwar einfach, aber kann mal was sortieren bedeuten: Je nach Anzahl der Spieler werden 1-2-3 Tierarten aussortiert. Hat man seine Box nicht im Griff kann das schon mal was dauern ;)

So spiel es sich:

Wir starten mit einem leeren Zoo. Die Tierplättchen bilden verdeckte Stapel, die Tiertransporter liegen gemeinsam mit den Tierplättchen in der Tischmitte. Ein kleiner Sonderstapel steht etwas abseits und ist - klar - etwas besonderes - dazu später mehr.

Die Spieler haben in ihrem Zug eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Tierplättchen ziehen, aufdecken und auf einen Tiertransporter legen oder sich einen Tiertransporter schnappen und alle Tiere (und Landschaftsteile, die sind da auch mal bei) werden in die Gehege verteilt. Da es viele Tiersorten gibt, man aber nur 3 davon in die Gehege bekommt (weil man die nicht mixen darf, klar, Wolf und Lama passen im selben Gehege nicht zusammen) ... hat man schnell mal ein Tier übrig, dass wird im Stall geparkt.

Und so sammelt man sich seine Tiere zusammen. Schafft man ein Männchen und ein Weibchen zusammen in ein Gehege (der selben Tierart natürlich), dann gibts Nachwuchs. Landschaftsplättchen bringen zwar auch Punkte, aber dadurch erreicht man die maximale Punktzahl pro Gehege (= 6 Tiere) nicht mehr. Aber manchmal gehts nicht anders.

Sind alle Plättchen weg und geht es an den besagten Sonderstapel wird damit die letzte Runde eingeleitet. Und dann wird abgerechnet: Mehr Tiere im Gehege = mehr Punkte, übrige Tiere oder Landschaftsteile im Stall geben Abzug. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten.

Unser Fazit:

Es macht viel Spaß die Tiere zu ziehen und auf die Wagen zu verteilen. Die Kinder müssen sich dabei gut überlegen, ob und wie sie die Tiere verteilen und wann sie selber einen Wagen nehmen. Und das Gehege muss sinnvoll gefüllt werden - nicht zu früh mit Landschaftsteilen und ggf. ist es auch nicht sinnvoll, wenn alle Spieler die selben Tiere sammeln. So trivial das alles aussieht - so ganz einfach ist es nicht. Gegen klug spielende Erwachsene haben kleine Kinder so keine Chance. 6+ ist eine sinnvolle Empfehlung. Linus spielt auch mit 5 schon gut mit, aber macht dann doch einige Züge die eher darauf ausgelegt sind bestimmte Tiere zu sammeln oder einfach ein schönes Gehege zu schaffen. Klar, dass macht auch Spaß - wenn das am Ende nicht meistens leider nur wenig Punkte bringt.

Das meint Torsten: "Diese Art von Spiele mag ich: Tiere sammeln, seinen Zoo bauen, sehr rudimentär seine Gehege gestalten. Die Spielmechanik ist schnell zu verstehen und prägt sich gut ein. Das Spiel ist aber nicht trivial und bedarf mehrfach kluges handeln: Bei der Bestückung der Tiertransporter, bei der Entscheidung wann und welcher Tiertransporter genommen wird, bei der Überlegung wie die Gehege gestaltet werden. Das übervorteilt die Erwachsenen."

Das meint Alex: "Die Tiere sind schön gestaltet, ein Brettspiel mit Tieren und dem Setting "Zoo" ist eine tolle Sache und macht uns allen viel Spaß. Den Kindern zu liebe ziehen wir schon mal ein wenig unsinnig oder bauen nicht ganz optimale Gehege. Dann haben die Kinder durchaus siegchancen. Spielt man als Erwachsener zu ernsthaft hat ein kleines Kind keine Chance."

Das meint Linus (5): "Den Zoo zu bauen finde ich super. Am liebsten mag ich die Tierkinder. Die Tiere in den Zoo zu stellen macht mir am meisten Spaß. Aber es ist auch schwer, deswegen spiele ich lieber mit Mama in einem Team."

Das meint Lara (10): "Eigentlich ein tolles Spiel, ich mag Tiere und die Vorstellung selber einen Zoo zu bauen. Aber ich habe meistens Pech beim ziehen der Tiere, entscheide mich für die falschen Tierarten (die dann unmöglich auf die Tiertransporter verteilt werden) und habe auch noch viel Pech weil die anderen mir meine passenden Transporter vor der Nase weg schnappen. Das Ergebnis: Ich verlieren. Das bedeutet: Das Spiel macht mir keinen Spaß mehr ;) "

Unser Familien-Rating (1-6, Schulnotensystem): 2

Altersempfehlung: ab 6+ - geht auch ab 5, Spielen die Erwachsenen aber wirklich strategisch, dann sollten die Gegner eher um die 8-10 Jahre alt sein.

Spieler: 2-4

Preis: sollte für unter 25€ zu finden sein, den Namen zahlt man etwas mit

Anleitung: Note 2 *Gut verständlich und erklärt. Schöne Bilder.

Aufbau: Note 2-3 *Hat man die Plättchen nicht im Griff und die Fliegen durch die Kiste (wie es bei uns gerne der Fall ist), kann der Aufbau schon mal was dauern weil erst Plättchen heraus sortiert werden müssen.

Material: Note 3 *Pappe ist stabil. Aber irgendwie fehlt uns der optische Leckerbissen. Da hätten die Transporter doch irgendwie aus geformten Holz sein können oder aber die Gehege mit kleinen Zäunen versehen. Da hätte man mehr draus machen können.

Spielerlebnis: Note 2 (3)*Logik ist verständlich, Kinder können der Mechanik folgen. Spielt man als Erwachsener zu ernsthaft, wirds für die Kinder sehr schwer.

Frustgefahr: Note 3 * Auch wenn Lara immer übertreibt: Man kann schon ganz schön Pech haben. Da sitzt man gerade ungünstig, der Spieler vor einem schnappt einem den Transporter weg, der andere bringt unnütze Tiere auf , am Ende muss man plötzlich einen Transporter nur mit Landschaftsfeldern nehmen: Es gibt einige Möglichkeiten frustriert zu sein, vor allem wenn man schlecht verlieren kann.

Wiederspielwert: Note 2 *Der Wiederspielwert ist gut, die Runden spielen sich immer ein wenig anders. Eine Spielrunde geht ca. 20 Minuten und das ist absolut ok.

Fotogallerie (Sorry für den Blaustich, die Bilder entstanden im Garten bei viel Sonne):

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