• Torsten Günzel

"Die verbotene Insel" von Schmidt Spiele


Auf meiner ewigen Suche nach kooperativen Spielen bin ich auf dieses spannende Spiel aus dem Jahre 2010 gestoßen. 2011 war es sogar zum Spiel des Jahres nominiert! Und Matt Leacock sagte mir etwas ... denn er ist unter anderem bei Pandemic ein Co-Autor. Außerdem sah es recht handlich und schnell spielbar aus. Trotz der 10+ Altersangabe musste Linus (5) als erster Spielpartner herhalten. Und mit ein wenig Hilfestellung gingen wir so gemeinsam als Team auf die "verbotene Insel"!

Darum geht´s:

Auf der verbotenen Insel gibt es vier verbotene Artefakte. Und wir sind wagemutige Abenteurer, welche genau diese vier Artefakten einsammeln wollen. Kein Problem - würde die Insel nicht nach und nach in den Fluten versinken. Also heißt es schnell sein und sich beeilen. Dabei schlüpfen wir in die Rolle von einem der sechs verschiedenen Abenteurer, welche alle unterschiedliche Fertigkeiten besitzen. Dann kann´s ja los gehen:

Verpackung, Material & Aufbau:

Eine recht schlanke Verpackung offenbart im Inneren eine gut sortiertes und strukturiertes System für die Figuren (nicht gerade besonders gute Detailtreue, aber immerhin optisch nett anzusehen und haptisch wertvoll), die vier Artefakte und vor allem die Inselplättchen und Spielkarten. Die Anleitung ist gut aufgebaut und nachvollziehbar. Nach einmaligen durchlesen hat man das Spiel verstanden, später benötigte ich nur in ein paar wenigen Situationen einen zweiten Blick. Die Insel wird aus den 24 Inselplättchen zufällig zusammen gesetzt und es gibt für spätere Spiele auch verschiedene Aufbaumuster. Das verspricht Abwechslung. In Summe ist in wenigen Minuten aufgebaut und die Kinder können helfen -> das ist mir ja bekanntlich recht wichtig. Die Qualität in Summe ist ok, alles macht einen robusten Eindruck und übersteht auch mal die ein oder andere Grobmotorik ;)

So spiel es sich:

Die aus den 24 Inselfeldern bestehende Insel ist bereits zu Beginn 1/4 überflutet = d.h., 6 der 24 Felder sind bereits auf die Rückseite gedreht. Nun starten die Abenteurer auf ihren Startfeldern und auf geht die Suche nach den Artefakten.

Der Start eines Zuges besteht aus drei Aktionen: Dabei können wir unseren Abenteurer bewegen (mein Forscher mit seiner Sonderfertigkeit z.B. auch diagonal) , Überflutete Felder wieder trocken legen oder aber Artefaktkarten anderen Abenteurern geben. Danach ziehen wir zwei neue Artefaktkarten: Vier der gleichen davon erlauben auf bestimmten Inselfeldern den Eintausch gegen das entsprechende Artefakt. Am Ende werden Flutkarten gezogen. Diese zeigen an, welche Inselteile in den Fluten versinken. Trifft es hierbei Karten, welche bereits überflutet sind, gehen diese unwiderruflich unter ! Bei bestimmten Karten kann dies bereits das Spielende bedeuten.

Das ist auch das wesentliche Spielelement: Es gilt immer wieder wichtige Inselteile trocken zu legen, damit diese auf keinen Fall in den Fluten verschwinden. Das wird nach und nach immer schwerer, da die Anzahl der zu ziehenden Flutkarten mit der Zeit zunimmt. Diese Spielmechanik wird z.B. auch bei Geister, Geister Schatzsuchmeister genutzt, wo man ja auch aufpassen muss das nicht zu viele Geister erscheinen. Hier ist es ähnlich, nur es geht eben um überflutete Felder.

Sind alle Artefakte eingetauscht worden müssen wir zum Ende noch zum Helikopter-Landeplatz. Hoffentlich ist der Weg dahin noch möglich und das Inselteil noch nicht unter gegangen ! Hat einer der Spieler dann auch noch die rettende Karte zum Helikopter-Flug zur Hand - ist das Spiel gewonnen und wir sind als Gruppe mit den Artefakten von der verbotenen Insel entkommen!

Unser Fazit:

Ein spannendes und schnelles Spiel. Die geringe Auswahl an Aktionen macht das Spiel etwas eintönig, aber andererseits ist es so recht einfach zu erschließen und weit vor den angegebenen Alter von 10+ spielbar.

Die Illustrationen sind nett und geben dem Spiel eine etwas fantasy-artige Atmosphäre. Die Spielfiguren, trotz geringer Detailtiefe, sehen gut aus und in Summe ergibt sich ein schönes, optisches und habtisches Spielfeld. Mit ca. 30 Minuten ist eine Partie auch recht kurzweilig.

Das meint Torsten: "Ein kleines, kurzweiliges Abenteuer für eine Heldengruppe. Klar hätte ich mir mehr Aktionsmöglichkeiten gewünscht. Aber in Summe reicht es auch erst mal. Mir gefällt die zufällig erzeugte Insel und die Figuren als schöne Elemente im Spiel."

Das meint Alex: "Das Setting ist ok, die Story kann gut vermittelt werden. Mit ein wenig Rollenspiel am Tisch wird daraus ein schönes Abenteuer."

Das meint Linus (5): "Ich spiele am liebsten den Taucher, der sieht super aus und kann weit schwimmen. Außerdem habe ich bisher immer das Team durch meine Hubschrauber-Karte am Ende gerettet!"

Das meint Lara (10): "Ein Teammspiel und daher grundsätzlich ganz ok. Obwohl ich Fantasy und Abenteuer mag, spricht mich das Spiel aber nicht so richtig an. Im Moment spiele ich aber eh nicht so gerne mit .... (Anmerkung Papa: Ist das schon die Frühpupertät????)"

Unser Familien-Rating (1-6, Schulnotensystem): 3

Altersempfehlung: ab 10+ (aber mit Hilfe ist das eher ein 6+)

Spieler: 2-4

Preis: ca. 17€

Anleitung: Note 2

Aufbau: Note 2 (für ein Kennerspiel), 3 (für ein Familienspiel)

Material: Note 2 * Stabile Karten, Figuren für die Abenteurer und die Artefakte

Spielerlebnis: Note 2 -3 *Kooperatives, sehr faires Spiel.

Frustgefahr: Note 2 *Im Standard-Setting und mit einfach eingestellten Flutmarker gut machbar

Wiederspielwert: Note 3- *Die einfache Spielmechanik - positiv für den schnellen Spieleinstieg - lässt am Ende zu wenig Möglichkeiten. Es geht doch nur darum, zu verhindern das die Inselfelder untergehen. Dazu gehen fast alle Aktionen drauf. Deswegen ist immer mal wieder für eine Runde gut, aber richtig heiß auf eine direkte Folgerunde ist hier keiner.

Fotogallerie:

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