• Torsten Günzel

"Geister, Geister, Schatzsuchmeister!" von Mattel Games


Mit diesem Spiel wagte sich Mattel in den Markt der familienfreundlichen Brettspiele und macht vieles richtig. Autor Brian Yu entwickelte ein schönes Konzept und erhielt zu Recht den Kritikerpreis "Kinderspiel des Jahres 2014". Unser Platz 3 der Top 5 der kooperativen Brettspiele soll hier nun auch endlich vorgestellt werden.

Darum geht´s:

In einem alten Spukhaus sind insgesamt acht wunderschöne Juwelen versteckt. Und diese wollen wir uns holen. Das Problem: In dem Haus spukt es das sich die Balken biegen. Nicht nur diese kleinen grünen Geister tauchen überall auf (die sind ja noch ganz süß und so alleine auch kein Problem) ... aber wehe es rotten sich einge der Geister in einem Raum zusammen. Gesellt sich nämlich zu zwei Geistern ein Dritter hinzu .. wird daraus ein richtig fieser Spuk (=rotes Spukgespenst). Und das ist nicht nur schwieriger zu besiegen und hindert uns an Zügen ... tauchen davon auch zu viele auf verlieren wir das Spiel. Teamwork ist gefragt - und das ist genau die Art kooperatives Spiel wie wir es lieben ;) !

Verpackung, Material & Aufbau:

In der stabilen Box findet sich der ebenfalls robuste Spielplan. Die Spielfiguren sind aus Plastik und farblich unterschiedlich, allerdings leider soweit wir das erkennen können drei Jungen und ein Mädchen, was bei uns zum Streit führt welches unserer Mädels nun einen Jungen spielen muss. Die kleinen grünen Geister sind aus einem weicheren Kunststoff und sehr hübsch anzusehen, die größeren roten Spukgeistern fühlen sich fast wie aus Glas an (wird aber auch ein Kunststoff sein) und machen einen hochwertigen Eindruck. Schade: Die Juwelen sind leider nur aus Pappe. So passen die in die Rucksäcke der Spielfiguren - dennoch leider ein Stilbruch auf dem Brett. Die Würfel bekleben wir selber - funktioniert aber super und die halten auch. Der Aufbau ist schnell erledigt - das Spielbrett weist entsprechende Markierungen auf und dadurch kann man nach einigen Runden auch ohne Anleitung aufbauen. Die Kinder können mitmachen und sind somit einbezogen - passt alles.

So spiel es sich:

Wir starten außerhalb der Villa und würfeln. Bei 1-5 ziehen wir vor unserer Bewegung eine der verdeckten Karten. Diese bringen entweder ein Geist auf das Spielbrett oder wir werden aufgefordert neu die Karten zu mischen. So kommen Runde für Runde neue Geister auf das Brett. Sammeln sich mehr als zwei davon in einem Raum - wird daraus ein großer roter Spuk. Und die sind fies - hindern uns nämlich am weiterziehen und verlassen der Räume. Zu Beginn sind die roten Spukgespenster aber noch in weiter ferne. Wir würfeln, ziehen und bewegen uns durch die Villa. In den verschiedenen Räumen sind die Edelsteine verteilt. Diese sammeln wir ein - dabei kann jeder Spieler immer nur ein Edelstein gleichzeitig tragen. Also aufsammeln und aus der Villa bringen. Hier kann man übrigens die Schwierigkeit steigern: Eine erweirte Regel besagt, dass die Edelsteine in der richtigen Reihenfolge aus der Villa geschafft werden müssen (1-8). Das erschwert das Spiel deutlich!

Ohne diese Regel bringen wir die Edelsteine einfach so raus. Aber Achtung: Es werden immer mehr Geister. Diese können wir bekämpfen (würfeln), aber dennoch kommt früher oder später ein Spuk zustande. Und dort müssen mindestens zwei Spieler zusammen arbeiten um diesen Spuk zu besiegen. Ignorieren kann man diese auch nicht: Zum einem blockieren sie einen Raum und ein Spieler alleine kann diesen auch nicht mehr verlassen - zum anderen gibt es nur 6 Stück davon. Und sind alle auf dem Spielfeld erschienen - verlieren wir Spieler. Es gilt also die Balance zu halten zwischen dem Einsammeln der Edelsteine und dem aktiven Bekämpfen der Geister und Spukgespenster.

Unser Fazit:

Das Spielbrett und die Ausstattung erzeugen eine schöne Atmosphäre auf dem Tisch. Die Kombination aus "es werden immer mehr Geister" und "sammelt die Edelsteine" ist gelungen und die Schwierigkeit angemessen. In der einfachen, leichteren Variante ist das Spiel gemeinsam gut zu schaffen. Mit erhöhter Schwierigkeit (Edelsteine in der richtigen Reihenfolge raus bringen, zusätzliche Karten durch die z.B. bestimmte Türen verschlossen sind) machen daraus eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Es passiert uns durchaus, dass wir nicht konsequent genug die Geister reduzieren und am Ende verlieren weil der sechste und damit letzte Spuk erscheint. Aber selbst dann hat die Runde viel Spaß gemacht und es entsteht eigentlich kein Frust. Dafür ist das Spiel zu kurzweilig und es wird einfach schnell eine weitere Runde gestartet.

Das meint Torsten: "Schönes Spiel und schöne Mechanik. Lässt man die Kinder selber ziehen wie sie mögen wird es spannend, denn meistens wollen diese entweder nur einsammeln oder bekämpfen nur Geister. Das wird dann herausfordernd, aber macht natürlich auch viel mehr Spaß als wenn ein Spieler quasi alle Züge aller Spieler bestimmt.

Das meint Alex: "Das Spiel ist sehr einfach erklärt und gut zu spielen. Auch Linus mit 5 kann schon aktiv mitspielen wenn man als Erwachsener hin und wieder einen Tipp zum Zug gibt und darauf achtet, dass die Regeln beachtet werden. Spielgeschwindigkeit und Ablauf sagen mir zu, sind kurzweilig und die Geisterjagd macht so viel Spaß, dass selbst eine gemeinsame Niederlage die Stimmung kaum trübt"

Das meint Linus (5): "Die vielen Geister und die roten Spukgesenster sind auch ein bisschen gruselig"

Das meint Lara (10): "Monster bekämpfen - das ist genau mein Ding. Mich nennt man auch gerne "Geister-Vernichterin"! Das Spiel macht mir eine Menge Spaß und ich habe auch oft richtiges Würfelglück und besiege ein Geist nach dem nächsten. Weniger schön das nach 6 großen Spukgespenstern Schluss ist. Dieses Ende finde ich blöd."

Unser Familien-Rating (1-6, Schulnotensystem): 2

Altersempfehlung: ab 8+ (also wenn ein Erwachsener mitspielt geht auch durchaus schon 5+)

Spieler: 2-4

Preis: sollte für unter 20€ zu finden sein

Anleitung: Note 2 *Gut verständlich und erklärt. Hätte noch etwas kinderfreundlicher sein (Stoneage Junior hat mich hier verwöhnt ;)

Aufbau: Note 2 *In 2 Minuten gemacht, das Spielbrett gibt durch sinnvolle Markierungen Hilfestellung

Material: Note 2-3 *Pappe ist stabil, Spielsteine schön gestaltet. Schade: Edelsteine aus Pappe und die Spielfiguren könnten unterschiedlicher gestaltet sein.

Spielerlebnis: Note 2 *Sehr ausgewogen. Die Geschwindigkeit mit der neue Geister erscheinen ist fair

Frustgefahr: Note 1 *Sackgassen gibt es keine, das Spielende ist absehbar (wenn zu viele rote Spukgespenster erscheinen). Selbst eine Niederlage sorgt bei uns nicht für Frust.

Wiederspielwert: Note 1-2! Nach einer Runde (ca. 30 Minuten) wird gerne noch direkt eine weitere gespielt. Das spricht für das Spiel!

Fotogallerie:

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